Zahnärztin

Ulrike Krauhausen-Giersbach

Gesundheitsförderung durch systematische ganzheitliche Kieferorthopädie

Gerade, regelmäßige Zähne sind ein Geschenk fürs Leben. Häufig jedoch sieht die Realität anders aus: Über 50% aller Kinder leiden unter Zahnfehlstellungen, die eine kieferorthopädische Behandlung erfordern. Die meisten Fehlstellungen sind angeboren und deshalb oft schon frühzeitig zu erkennen. Erworbene Fehlstellungen entstehen durch Gewohnheiten im Kleinkindalter wie zum Beispiel Daumenlutschen. Ziel der kieferorthopädischen Behandlung ist, die Optimierung wichtiger Funktionen wie Kaufunktion, Atmung, Aussprache und die natürliche Selbstreinigung.

Zahnfehlstellungen korrigieren – hilft der Gesundheit und der Ästhetik

Als frühe Behandlungsmaßnahme eignet sich die lose Zahnspange vor allem bei Kindern zur Wachstumssteuerung und Bissumstellung. In der herkömmlichen Kieferorthopädie beginnt die Behandlung oft erst, wenn alle bleibenden Zähne vorhanden sind. Bei Zahnengständen werden oftmals gesunde Zähne gezogen.

Im Gegensatz dazu beginnt die systematische Kieferorthopädie meist im Grundschul-, teilweise schon im Vorschulalter. Der Vorteil ist, durch wachstumsfördernde und stimmulierende funktionelle Apparaturen den Kiefer physiologisch zu formen und so Platz für alle Zähne zu schaffen. Dies kann durch qualifizierte Behandlung und gute Mitarbeit mit wenig Aufwand erreicht werden, ohne gesunde Zähne zu opfern.

Wie sich das Kausystem selbst neu ausrichten kann

Bei den üblichen kieferorthopädischen Apparaturen werden die Zähne mechanisch durch Kräfte von außen aktiv bewegt. Im Unterschied dazu arbeitet die systematische Kieferorthopädie überwiegend und zusätzlich mit funktionskieferothopädischen Geräten (wie Bionator, Biognathor, Mundvorhoftrainer, Funktionsregler, Gebissformer etc.), welche die Zähne durch Lenkung der Eigenaktivität der Mundbewegungen in die gewünschte Position bringen. So unterstützen sie die optimale Einstellung und Verzahnung und normalisieren die Lage der Kiefer zueinander. Das Kausystem wird angeleitet, sich als harmonisches Ganzes neu auszurichten. Welches Gerät dabei zum Einsatz kommt, richtet sich vor allem danach, welche Fehlentwicklungen in welcher Ausprägung diagnostiziert wurden. Ergänzend wird oft das herausnehmbare Crozatgerät anstelle von konventionellen Platten- oder Multibracket-Apparaturen verwendet.

Mit Begleittherapien gut umsorgt zum dauerhaften Erfolg

Um den Erfolg zu steigern und zu stabilisieren, kann es notwendig sein, die kieferorthopädische Behandlung durch entsprechende Begleittherapien zu unterstützen und so in ein ganzheitliches medizinisches Therapiekonzept einzubinden.

Dazu gehören z.B. die myofunktionelle Therapie und die mund- und körpermotorischen Übungen nach Padovan. Durch ihre Anwendung werden fehlerhafte Funktionen und Gewohnheiten im Mund-Gesichtsbereich beseitigt und eine Balance erzielt.